Tagesmutter Katinka Stüpp

Wer noch mehr Informationen über mich und meine Arbeit erfahren möchte, der kann sich hier mein - zugegebenermaßen recht ausführliches - Konzept durchlesen. Ich freue mich aber auch über jeden Anruf und stehe gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung.


Pädagogisches Konzept

 

1. Zu meiner Person

Mein Name ist Katinka Stüpp, ich bin am 15.11.1968 geboren, verheiratet und habe einen Sohn (geb. 2005) und zwei Töchter (geb. 1997 und 1999). Ich habe von 1979 – 1988 das Gertrud-Bäumer-Gymnasium in Remscheid besucht und danach eine Berufsausbildung zur Industriekauffrau gemacht. In diesem Beruf habe ich bis zur Geburt meiner ersten Tochter Kira 1997 gearbeitet. 1999 wurde Luisa geboren und nach weiteren 3 Jahren Erziehungsurlaub stand ich 2002 vor der Entscheidung, ob ich wieder in meinem erlernten Beruf arbeiten will.

Mein Mann Joachim ist von Beruf Erzieher und leitete eine integrative Kindertagesstätte in Solingen. Über ihn und die Kontakte dort kam ich auf die Idee, Tagesmutter zu werden. Zunächst habe ich mit einem Tageskind aus unserem Freundeskreis ein wenig im privaten Rahmen in diesen neuen Beruf „hineingeschnuppert“. Aber schon bald wurde mir klar, dass ich eine neue Berufung gefunden habe und nebenbei in zweierlei Hinsicht einen wertvollen Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf leisten kann. Seit 2007 arbeite ich mit dem Jugendamt Solingen zusammen und bei der Bergischen VHS  habe ich im Herbst 2008 meine Qualifizierung zur Tagesmutter abgeschlossen, dazu gehörte auch ein Erste-Hilfe-Kurs am Kind, der alle 3 Jahre aufgefrischt wird.
Mein Beruf macht mir viel Freude und es ist schön zu sehen wie die Kinder sich entwickeln, mit Freude spielen und Spass an der Gemeinsamkeit haben.


2. Pädagogische Ziele

Die Tagespflege bietet den Kindern einen geschützten Rahmen in einer kleinen Gruppe.  Ich kann ihnen als Tagesmutter viel individuelle Aufmerksamkeit widmen, sie begleiten und fördern. Gleichzeitig lernt Ihr Kind durch den Umgang mit anderen Kindern viele neue Dinge kennen, die seinen Forscherdrang wecken können und es zu neuen Experimenten antreiben.
Die ersten Lebensjahre sind die wichtigste Phase im Leben des Menschen. Doch nur wenn das kleine Kind über alle seine Sinneskanäle - Augen und Ohren, Nase und Mund, Hände und Haut - genügend und vor allem sich immer wiederholende Reize aufnehmen kann, können sich in seinem Gehirn Erfahrungs- und Informationsschleifen ausbilden, auf die es Zeit seines Lebens zurückgreifen kann. Mittelpunkt meiner Arbeit als Tagesmutter ist das freie und lustbetonte Spiel der Kinder; dem einzelnen Kind einerseits Anregungen anzubieten, ihm aber andererseits den Freiraum zu belassen, seine jeweiligen Absichten und Möglichkeiten im Rahmen seiner Fähigkeiten zu verwirklichen.

3. Tagesablauf

Generell betreue ich von Montag–Donnerstag von 8:00–15:00 Uhr. Nach Absprache sind aber auch Abweichungen möglich. Auch die folgenden Zeitangaben können abweichen, ich bin aber bemüht, sie so gut wie möglich einzuhalten, damit die Kinder einen geregelten Tagesablauf haben.
Das Mittagessen wird von mir selbst täglich frisch zubereitet, bei Nahrungsmittel-Allergien bitte ich aber darum, das Essen für das Kind mitzubringen.

Ab 8:00 Uhr      Abgabe der Kinder

9:00 – 10:00      Gemeinsames Frühstück

10:00 – 11:30     Freies Spiel (möglichst draußen) oder Unternehmungen, Basteln, gemeinsame Spiele, Bewegungsangebote drinnen usw.

12:00 – 12:30    Mittagessen     

12:30 – 14:00    Mittagsruhe / Mittagsschlaf     

14:00 – 15:00     Freies Spiel

 

4. Eingewöhnung

Die Eingewöhnungsphase ist mir sehr wichtig. Sie dauert in der Regel zwei Wochen, bei Bedarf auch länger. Die Eingewöhnung sollte möglichst nicht von einem Urlaub unterbrochen werden.

In der Anfangsphase kommt das Kind nur zusammen mit einer Bindungsperson (Vater oder Mutter) zu mir. Diese gemeinsame Zeit von allen Beteiligten schafft Vertrauen, ich lerne über das neue Kind, erfahre von Vorlieben oder Ritualen in der Familie. Die Mutter oder Vater bekommen gleichzeitig einen Einblick in unseren Tagesablauf. 

In der Stabilisierungsphase sind Mutter oder Vater nur kurz abwesend und müssen unbedingt erreichbar bleiben. Das Kind bekommt nach einem kurzen und herzlichen Abschied einen vertrauten Gegenstand (Schnuller, Teddy o.ä.) mit und wird von mir intensiv betreut. Ich beobachte das Kind, versuche Interessen herauszufinden und sorge evtl. für Ablenkung. Das Kind wird unbedingt pünktlich wieder abgeholt und die Betreuungsphasen verlängern sich von mal zu mal.

In der Schlußphase sind die Eltern über den ganzen Betreuungszeitraum nicht mehr präsent und nur für den Notfall erreichbar. Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich das Kind von mir trösten lässt und Bindungsverhalten zeigt.

 

5. Örtlichkeiten

Wir wohnen im Eigentum in einer ruhigen Seitenstraße in Solingen-Ohligs und haben 145 m² Wohnfläche zur Verfügung. Unser Haus ist ein ehemaliges Fabrikgebäude, welches wir mit viel Eigenleistung zum Wohnraum umgebaut haben. Heraus gekommen ist ein offenes, helles und kindgerechtes Haus, in dem viel Platz zum Spielen, Toben und Kennenlernen ist. Es soll für die Kinder ein Ort zum Wohlfühlen sein. Altersgerechtes Spielzeug (Kinderküche, Kaufladen, Lego, Eisenbahn, Bücher, Puppenecke) stehen hier den Kindern zum Freispiel zur Verfügung.

Unser Garten hat ca. 400 m² und bietet vielfältige Spielmöglichkeiten mit Terasse, Sandkasten und einem großen Trampolin (mit Netz). Bei uns dürfen die Pflanzen auch mal wuchern und den Kindern einen Ort zum Zurückziehen und Verstecken bieten. Auf dem ganzen Grundstück können die Kinder sich frei bewegen, es ist zur Straße hin mit einem Zaun und einem Tor abgesperrt. Es stehen Fahrzeuge, z.B. Bobbycars und Dreirad zur Verfügung, aber auch eine Turnstange, an der auch die Kleinen schonmal „Klimmzüge“ machen.


6. Angebote außerhalb des Freispiels

- Basteln mit Kindern ist zu jeder Jahreszeit eine Freude. Ob für Weihnachten, Ostern, Geburtstag, Muttertag oder sonstige Anlässe - Basteln macht Kindern einfach großen Spaß und fördert zudem ihre Kreativität und ihr Geschick.
Gemeinsam mit dem Kind am Tisch zu sitzen und etwas Schönes zu gestalten hilft zum Beispiel kleinen "Zappelphilippen" zur Ruhe zu kommen und sich auf sich und seine Finger zu konzentrieren. Auch schon bei den Kleinen kann die Kreativität und das Bewußtsein für Bastelarbeiten und Malerei gefördert werden, da es für eine gute Entwicklung der kindlichen Psyche sorgt und Kinder niemals wieder so offen und interessiert allem Neuen gegenüber sind. Alles wird ausprobiert und erfahren. Basteln fördert die Vorstellungskraft, die Kreativität, das handwerkliche Geschick, übt die Geduld und Disziplin.

- Malen mit Fingerfarben: Es ist eine grundlegende Erfahrung, mit den Händen oder Füßen Farbspuren zu ziehen. Im Vergleich zu Stiften können die Kinder damit leichter ganz unterschiedliche Spuren hinterlassen, mal dick, mal dünn auftragen, Hand oder Fuß aufs Papier drucken oder mit einem Bauklötzchen stempeln. Auch für die motorische Entwicklung sind Fingerfarben wichtig. Gerade wenn sie noch nicht so gut mit Stiften oder Pinseln umgehen können, schulen sie aber mit Fingerfarben bereits ihre Fingerfertigkeit. Sie eignen sich zudem für großflächiges Malen, das den ausholenden Bewegungen kleiner Kinder entgegenkommt. Ein DIN-A4-Blatt als Malgrund ist deshalb wenig tauglich. Da müssen schon größere Blätter oder Tapetenrollen her. Früher durften Kinder im Matsch spielen und hinterließen ihre Hand- und Fußabdrücke im weichen Schlamm. Niemand störte sich daran, wenn der Bürgersteig mit Kreide bunt angemalt war. Heute stehen auf den Gehwegen parkende Autos, Vermieter oder Anwohner stören sich an großflächigen Kreidegemälden, ungestörte Plätze zum Spielen, Matschen und Ausprobieren gibt es kaum noch. Deshalb sind Fingerfarben auch „Schlammersatz für Stadtkinder“.

- Kneten (mit Knete oder Salzteig): Die Verwendung der Knete im Spiel ist von besonderem pädagogischem Wert. Alle Kinder kneten gern. Es fördert ihre Phantasie, sie können dabei abschalten und sich etwas ausdenken. Ganz wichtig ist das Kneten auch für die Feinmotorik, was in der Schule zum Schreibenlernen wichtig ist. Das Formen regt die Kreativität an. Es ist für Kinder ab dem zweiten Lebensjahr wichtig, sensorische Fähigkeiten durch Ertasten, Verformen und Zerteilen zu machen. Bei älteren Kindern wird eher die Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Kreativität gefördert.

- Feste feiern (Ostern, St. Martin, Weihnachten, Karneval, Geburtstag, Abschied) Feste sind besondere, aus dem Alltag hervorgehobene Tage. Eine gewisse Zeit der Vorbereitung, die ihnen vorausgeht, ist wichtig für die Kinder. Sie gibt ihnen Gelegenheit, sich darauf einzustimmen. Sie freuen sich, wenn sie mithelfen dürfen, einiges dazu beizutragen. Feste, die mit Vorfreude, aber auch mit Geduld erwartet werden können und denen nichts vorweggenommen wird, sind Höhepunkte im Jahreskreis.
Zu Ostern gehören die bemalten Eier, das Osternest und die Freude über den Frühlingsbeginn dazu. St. Martin, die Adventszeit und Nikolaus reihen sich in der dunkleren Jahrenzeit aneinander und helfen den Kindern dabei, sich auf das große Fest Weihnachten einzustimmen. Wir schauen Bilderbücher, singen Lieder und basteln zur Weihnachtszeit Fensterschmuck oder Leuchtgläser. Jedes Jahr bauen wir bei uns zuhause eine Krippe aus Holz auf, die von den Kindern reichlich bespielt werden darf. Karneval feiern wir mit Verkleidungen und viel Musik und Tanz. Ein Geburtstag ist für die ganze Gruppe und erst recht für das Geburtstagskind ein ganz besonderer Tag. Wenn das Kind an diesem Tag bei uns ist, wird richtig gefeiert! Dazu gehört natürlich ein Geburtstagskranz im Haar, ein Geburtstagslied und natürlich der Geburtstagskuchen. Das Kind darf sich an diesem Tag bestimmte Spiele wünschen sodaß es richtig „Hauptperson“ ist! Auch der Abschied von der Gruppe und mir als Tagesmutter wird gebührend gefeiert. Der Abschied wird rechtzeitig angekündigt und in den Wochen vorher immer wieder angesprochen, damit sich das Kind darauf einstellen kann. Wir schauen Bücher zum Thema „Kindergarten“ und zum Abschied gibt es ein schönes Fest. Wir backen zusammen einen Kuchen, alle sitzen im Kreis und das Kind darf sich ein Spiel oder eine Geschichte wünschen. Zum Schluß erhält es dann von mir ein Abschiedsgeschenk.

- Musik gehört in unserer Familie zum Alltag. Ich selbst habe mit 6 Jahren das Klavierspielen angefangen, spiele heute aber nur noch nach Lust und Laune. Mein Mann spielt Schlagzeug und unsere beiden Töchter singen leidenschaftlich gerne in ihrer eigenen "Band" und spielen Geige und Gitarre. Der Kleinste hat sich noch nicht festgelegt, probiert aber alles aus, er klimpert gerne auf dem Klavier, trommelt aber auch oft oder spielt auf seiner Kindergitarre oder singt mit und ohne Mikrofon wie ein „Großer“. An ihm sieht man ganz deutlich wie offen Kinder der Musik begegnen und alles völlig ungehemmt ausprobieren. Mit den Tageskindern höre ich sowohl Musik „vom Band“ (alte und neue Kinderlieder) und wir tanzen dazu und singen mit, aber auch selber musizieren kann man auch schon mit den ganz Kleinen. Wir singen mit und ohne musikalische Begleitung und probieren verschiedene Instrumente aus und hören den Klängen zu. Die Kinder haben Spass am musizieren – auch wenn es sich noch nicht um richtige „Musik“ im klassischen Sinne handelt. Wichtig ist mir, die Kinder an die Musik heranzuführen, das Interesse bei ihnen zu wecken und den Spass und das „gute Gefühl“, welches man bei der Musik bekommt, zu vermitteln. Längst haben Pädagogen herausgefunden, dass aktives Musizieren über einen längeren Zeitraum die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen nachhaltig positiv beeinflusst! Da der gesamte Körper beim Musizieren auf vielfältige Weise zum Einsatz kommt, werden alle Sinne des Musikers angesprochen und regelmäßig gefördert. Nachweislich sind musisch geförderte Kinder und Jugendliche sowohl im Denksport agiler als auch flexibler in der Ausführung von feinen und präzisen Bewegungsabläufen. Kinder, die regelmäßig Musik machen, verfügen über ein enorm gutes Konzentrationsvermögen und sind psychisch ausgeglichener.

- Vorlesen: Nur wer Sprache hört, lernt auch sprechen. Daher ist es wichtig, dass die Eltern (und auch Tagesmutter) von Anfang an mit den Babys sprechen. Ich erzähle den Kindern beim Wickeln etwas oder den Kleinen erkläre ich, was ich gerade mache. Oder ich lese etwas vor bzw. erzähle eine Geschichte zu einem Buch. Kommunikation mit den Kindern ist wichtig. Vorlesen fördert außerdem die Lust auf’s „selber Lesen“, wenn die Kinder größer sind. Bereits mit einem Jahr haben Babys Spaß daran, mit den Eltern oder Tageseltern Bilderbücher anzuschauen. Und Ältere regt es an, wenn Gelesenes weiterentwickelt wird, z.B. durch Malen oder Nachspielen der Gehörten Geschichten.

- Bewegung (Laufen, Toben, Springen, Tanzen): Der kindliche Bewegungstrieb ist natürlich vorhanden. Toben, klettern, hüpfen, springen, balancieren oder rennen stärken nicht nur die motorischen Fähigkeiten, sondern auch die geistigen. Heute scheint das „Toben und Spielen lassen“ schwieriger zu sein als in unserer Jugend. Doch vielen Kindern fehlt heute Bewegung, obwohl sie das Herumtollen brauchen, um sich rundum gesund zu entwickeln. Was können wir tun? Zeigen wir, dass es Spass macht, aktiv zu sein. Herumtoben drinnen und draußen mit Freunden, mit der Familie. Die Auswahl zum Spielen draußen ist riesig: Herumsausen, Ball spielen, Schaukeln, Rutschen, Balancieren, Klettern oder Verstecken. Hier wird keinem langweilig. Aber auch drinnen muss die Bewegung nicht zu kurz kommen. Mit einfachen Zutaten können sich die Kinder auch im Kinder- oder Wohnzimmer austoben: Kissen, Decken, ein Stuhl, ein auf den Boden gelegtes Seil... Hüpfen, Krabbeln, Springen – das klappt auch „indoor“. Klar geht es manchmal auch laut und turbulent zu, aber die Kinder brauchen das Austoben und können sich anschließend umso konzentrierter ruhigeren Spielen widmen.